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von Peter Kolba 

Wirecard

Wirecard ist ein deutscher Zahlungsdiensteanbieter, der an der Börse notiert ist/war. In den Jahresabschlüssen enthaltene Guthaben auf Treuhandkonten in Höhe 1,9 Milliarden Euro dürften "nicht existieren". Das dürfte vor allem für die Kreditgeber-Banken - so auch die Raiffeisenbank NÖ-Wien und OÖ - eine herbe Nachricht sein. Aber auch all jene Firmen, die Online-Zahlungen etwa über Wirecard abgewickelt haben, dürften vor Problemen stehen. Die deutsche Finanzmarktaufsicht zeigt sich erschüttert; immerhin handelt es sich um einen DAX-Konzern.

Die Staatsanwaltschaft München ermittelt. Über Wirecard wurde die "vorläufige Insolvenz" eröffnet. Der Kurs der Aktien ging in den Keller. Den Aktionären droht großer Schaden. Der VSV arbeitet mit der Berliner Rechtsanwaltskanzlei Kälberer&Tittel zusammen, um geschädigten Verbrauchern, Einpersonenunternehmen oder Klein- und Mittelbetrieben zu helfen.

Zum Wirecard Konzern gehört auch die Wirecard Bank. Ob auch diese Bank in Turbulenzen kommt, kann derzeit nicht gesagt werden. Doch wer dort ein Giro- oder Sparkonto führt kann sich zumindest darauf verlassen, dass seine Einlagen bis 100.000 Euro abgesichert sein sollten.

Commercialbank Mattersburg im Burgenland AG

 Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hat am 14.7.2020 die burgenländische Bank über Nacht geschlossen und Strafanzeige erstattet. Eine Insolvenz wird wohl folgen. Hier sind nicht nur Aktionäre betroffen, sondern auch Inhaber von Girokonten, Sparbüchern, Wertpapieren.

Die Einlagensicherung bereitet sich darauf vor, Guthaben bis maximal 100.000 Euro pro Person rasch an die Kunden auszuzahlen. In Sonderfällen (Verkauf einer Immobilie, Erbschaft, ... - wenn das Guthaben erst vor einem Jahr angelegt wurde) werden uU auch bis zu 500.000 Euro ersetzt. Die Modalitäten der Anmeldung finden Sie auf der Web-Site der Einlagensicherung

Wer noch ein altes Inhabersparbuch (Nummernsparbuch mit Losungswort) besitzt, das nicht legitimiert wurde, kann - wie dieses Beispiel auf der Web-Site der Einlagensicherung zeigt - dieses Sparbuch nun auch gegenüber der Einlagensicherung legitimieren.

Inzwischen wurde über die Bank das Insolvenzverfahren eröffnet, in dem man - von der Einlagensicherung nicht erstattete - Forderungen anmelden kann. Für die Forderungsanmeldung im Insolvenzverfahren ist keine bestimme Form vorgeschrieben. Forderungsanmeldungen sind zu vergebühren (23,00 Euro) und beim Insolvenzgericht unter Anführung des Aktenzeichens (AZ: Zahl/Jahr) des Insolvenzverfahrens einzubringen.

Wer allerdings höhere Guthaben hat, wird in einem Insolvenzverfahren kaum ausreichend Ersatz erwarten dürfen. Der VSV arbeitet mit Rechtsanwalt Dr. Alexander Klauser von der Kanzlei Bkp zusammen, um geschädigten Verbrauchern, Einpersonenunternehmen oder Klein- und Mittelbetrieben zu helfen.

Ich habe Interesse an der Sammelaktion des VSV zu Wirecard/Commercialbank teilzunehmen.